Bild 1: Baustellenansicht aus der Vogelperspektive beim Einzug des Liners DN1500

Auf den ersten Blick ein gewöhnliches Kanalsanierungsprojekt mittels Schlauchliningverfahren in München, auf den zweiten Blick aber eines mit vielen kleinen Details, die es zu berücksichtigen galt.

Der zu sanierende Mischwasserkanal DN1500 besteht aus Mauerwerk, stammt aus dem Jahr 1905 und war aufgrund seines baulichen Zustands sowie der statischen Nachweisrechnung stark sanierungsbedürftig. Bei der Planung und Ausführung mussten folgende Details berücksichtigt werden.

  • Gemäß Vorgabe des Auftraggebers erfolgte die statische Bemessung des Schlauchliners für einen Innenwasserdruck von 8,10 m. Bei dem vorhandenen Kanaldurchmesser von DN1500 war schnell klar, dass man sich hier außerhalb jeglicher derzeit gültigen DIBt-Zulassungen bewegt. 
  • Aufgrund der Tiefenlage war die Herstellung von Baugruben zum Einbringen des Liners keine Option. Des Weiteren verläuft die Haltung nicht vollständig gerade, sondern in einem Teilbereich bogenförmig.
  • Der Trockenwetterabfluss betrug min. 100 l/s, so dass die Abflusslenkungsmaßnahmen nur in den Nachtstunden ein- und wieder ausgebaut werden konnten. Der Kanal bildet zudem ein Nadelöhr bevor das gesamte Abwasser von der Ostseite der Isar mittels Düker auf die Westseite der Isar transportiert wird.
  • Durch die unmittelbare Nähe zur Isar und den Gleisen der Trambahn gab es nur eine geringe Verfügbarkeit von Arbeitsflächen.
  • Aufgrund einer Gewichtsbegrenzung relevanter Wege von 12t im Baustellenbereich und der Lage des Baufelds innerhalb einer Grünfläche gab es hohe Anforderungen an die Baustellenlogistik.
  • Zur Platzierung des Förderbandes und der Linerkiste musste extra eine Plattform errichtet werden, die über die Ufermauer hinausragt, dabei aber nicht den vorhandenen Radweg blockiert.
     

Die Planung und Bauüberwachung erfolgten durch die STEIN Ingenieure GmbH am Standort München. Die Bauausführung wurde nach einer beschränkten Ausschreibung durch die Aarsleff Rohrsanierung GmbH durchgeführt.

Zum Einsatz kam ein 12 mm dicker GFK-Liner der Fa. Saertex Multicom, der im April 2026 erfolgreich installiert werden konnte. Dabei wurde ein speziell für den Druckrohrbereich konzipiertes Linersystem verwendet.
 

Bei diesem Projekt zeigte sich, dass ein Team an erfahrenen Projektpartnern wichtig ist, um anspruchsvolle Aufgaben umzusetzen. Hier wurde einiges an Erfahrung und technischem Knowhow benötigt, um neue Anwendungsfälle wie einen Druckrohrliner in einem Abwasserkanal dieser Dimension zielsicher umsetzen zu können.

Bild 2: Innenansicht des eingebauten GFK-Schlauchliners DN1500 mit tolerierbaren Falten im Bogenbereich Bild 2: Innenansicht des eingebauten GFK-Schlauchliners DN1500 mit tolerierbaren Falten im Bogenbereich



Bild 3: Abflusslenkungsmaßnahmen im Startbauwerk Bild 3: Abflusslenkungsmaßnahmen im Startbauwerk